Denkste!?

…so, ich bin nicht nur zurück aus der Schweiz, ich bin ab heute auch wieder zurück bei meinem Nachtdienst. Dazu berichte ich dann vermutlich in den nächsten Tagen mehr, aber heute möchte ich Euch etwas zu einem Bericht in der Straßenzeitung fiftyfifty erzählen. Heute morgen habe ich mir, wie eigentlich nahezu jeden Monat die Straßenzeitung in der Innenstadt bei einem Obdachlosen gekauft. Vielleicht kennt Ihr diese kleinen Magazine, die wie ich finde durchaus interessant sind und zum Nachdenken anregen…im Norden heißt sie z.B. Hinz&Kunz, bei uns im Ruhrgebiet fiftyfifty, denn der Verkäufer und der Verlag bekommen zu gleichen Teilen ihren Obulus für das Heft. Der Ursprungsstandort bei uns ist Düsseldorf, verteilt wird die Zeitung aber im gesamten Ruhrgebiet (also ruhig mal kaufen und drin schmökern). Jetzt aber zu dem Artikel, der mir sofort ein verschmitztes Lächeln bereitet hat und der mich letzendlich doch einige Zeit nach dem Lesen noch zu einer inneren Diskussion mit mir selbst brachte. Geschrieben ist er von Enissa Amani, einer neuen Kabarettistin, die als Tochter eines politisch verfolgten Schriftstellers als Flüchtlingskind nach Deutschland kam und sich nun fragte: „Wen hasse ich nochmal?“. Zusammenfassen würde ich den Artikel mit den Worten…ich hasse Vorurteile und wehre mich dagegen, trotzdem stehen mir direkt die Nackenhaare hoch, wenn im Flugzeug neben mir jemand den Koran auspackt, also lasse ich mich doch beeinflussen…

Jetzt wird dieses kein politischer Eintrag in meinem Blog, Gott, Allah, Jehovah, Buddha, Jahwe… oder Nietsche bewahre mich davor meinen Mund aufzumachen, dafür fehlen mir wirklich zu viele Hintergrundinformationen und ich will einfach keine bekannten oder grotesken Floskeln wiedergeben, aber es gibt einen Teil in dem Artikel der doch tatsächlich etwas mit der Ernährungsumstellung hat (wie hat sie bloß diese Kurve bekommen, fragt Ihr Euch bestimmt)!

Originalzitat: Ich hab ja das Gefühl, es gibt fast nichts, wovor wir mehr Angst haben, als vor dem Islam, ja? Gut, vielleicht Kohlenhydrate. Ja, die werden noch ein bißchen öfter erwähnt. So Terroristen-ist schon Katastrophe, aber Brot am Abend, Alter, wo denkst Du hin?

Tja, kurz aufgelacht und dann flott weitergelesen… dann kam eine ruhige Phase im Nachtdienst und schon holt mich der Spruch wieder ein!

Wie war das noch früher als Kind mit den Eltern beim Abendbrot, es gab Schnittchen und dazu vielleicht etwas Tomate oder Gürkchen aus dem Glas. Dann kam der Hawaiitoast und der Stramme Max in Mode und plötzlich wollte man abends eine Beilage besonderer Art, wie Krabben- oder Fleischsalat, kleine Pizzen oder überbackene Baguettes. Wohlstandsessen oder? Pizzerien und Dönerbuden, Grillstuben und Tiefkühlware wurden erschaffen und natürlich kräftig genutzt, war ja alles neu und lecker. Heute gibt es in den meisten Familien abends warmes Essen, da die Mittagszeit auch oft Arbeitszeit ist und man dann eben erst am späten Abend zum „richtigen“ Essen kommt. Wer kennt den Spruch nicht „eine warme Mahlzeit am Tag braucht der Mensch“. Tja, das haben wir nun davon, ständige Diskussionen über die richtige Ernährung und viele Ansätze es besser zu machen…aber was ist nun richtig? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht! Ganz früher haben die Menschen nur knochenharte Arbeit, kalte Wohnungen, nächtliche Gänge zum Plumpsklo über den eiskalten Hof und ständigen Hunger gekannt…heute haben wir es meistens gemütlich, sind immer kuschelig gekleidet, haben wohltemperierte Wohnungen, mehr als genug zu essen und arbeiten oftmals im Sitzen oder bewegen uns nur, wenn wir ein Fitneßstudio dafür bezahlen. Das soll jetzt nicht heißen, das ich ab sofort wieder ein Dixie-Klo im Garten aufstellen werde und im Winter im T-Shirt durch die Gegend laufe, aber es zeigt mir doch, das etwas falsch läuft…war ganz schön teuer mir meinen „Wohlstandsbauch“ anzufressen, aber den wieder loszuwerden kostet mehr, vor Allem Willen und Energie. Also Kohlenhydrate am Abend? Nur ab und zu bei mir, ansonsten vermeide ich sie weiterhin, das scheint mein Weg zu sein. Ob Ihr mich dabei weiterhin begleiten wollt, müßt Ihr selber entscheiden…see you on the way, DenkmalnachKeks

…wo Schokolade und Käse noch fließen dürfen…

Hier sitze ich nun im ICE in die Schweiz, ein paar Tage Urlaub machen und freue mich schon auf die Luftveränderung. Zur Zeit gibt es aber technische Probleme und der Zug hat bereits 30 min Verspätung, thank you for driving deutsche Bahn….
Trotzdem freue ich mich in das Land zu reisen, indem noch Schokolade und Käse fließen dürfen, in Form von Fondues…Lust habe ich natürlich auf Beide, gönnen werde ich mir aber nur den Käse und den in allen Sorten, die ich so ergattern werde. Hauptsache ich bekomme mein Vollkornbrot vor Ort, aber laut telefonischer Info hat die Schweiz wohl brottechnisch aufgerüstet und es soll überall erhältlich sein. Also Frühstück scheint soweit gesichert , da ich bei meiner Patentante nächtige, werden wir aber sicherlich auch den Rest der Mahlzeiten hinbekommen…sündigen werde ich natürlich auch, wann ist man schon mal in der Schweiz…
Aber auf der Fahrt dorthin bin ich noch eisern, zwar habe ich als Koffeintanke meine Pepsi light als Getränk mit, aber nur weil ich die Bistropreise im Zug für einen ordinären Kaffee kenne…, Wasser ist auch dabei, dazu meine Vollkornbrote, etwas Salat mit Joghurtsauce und meine Knabberbox mit Kohlrabi, Möhre, Paprika und Cherrytomaten. Meine Snacks sind 40 g Erdnüsse und ein paar Pfefferminzdrops, bißchen mager fällt mir gerade auf, aber wer fährt schon Süßigkeitensatt in die Schokoladenfabrik….ich will ganz tapfer sein und möglichst gut durchhalten, kein Gramm zunehmen…nee ist klar, Selbstkasteiung im Schlaraffenland, bleib mal realistisch Keks, nur übertreiben ist nicht angesagt….
Jetzt rollt der ICE wieder und ich bekomme Hunger vom Schreiben oder vom ständigen Schlucken als Druckausgleich bei all den Tunneln…Brotzeit! Und Euch eine schöne Zeit, ich bin jetzt raus, vielleicht esse ich ein Stück Toblerone für Euch mit…so als Ausrede, weil was wäre die Welt ohne Ausreden…Euer Schweizerkeks
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Jetzt bin ich schon  48 Stunden in der Schweiz und war doch widererwarten brav, habe meine Hauptmahlzeiten gekocht wie zuhause, habe meine Zartbitterschokolade in üblicher Ration gegessen und trinke weiterhin mein Wasser, Schweizer Leitungswasser ist auch lecker. Zum Frühstück gab es heute mein Vollkornbrot, das ich allerdings richtig stark suchen mußte. Immer wenn ich gefragt habe, gab es eine ähnliche Antwort: da vorne gibt es das Brot mit Körnern drauf und auch drinnen…meistens war es ein Baguette mit Körnern, aber eben doch ein Baguette. So bewandert wie angekündigt sind sie hier dann doch noch nicht was die Vollkornküche angeht. Meine Nudeln habe ich dann zusammen mit dem Brot im Reformhaus erstanden und natürlich meiner Tante schon als Mahlzeit präsentiert. Zwei Sorten von Gruyere Käse gab es zum Frühstück und einen Appenzeller, war das gut! Ansonsten sind wir viel auf den Beinen, spazieren herum oder gehen shoppen, eben Bewegung…aber das wird ja wie angekündigt mal ein eigenes Beitragsthema….auf Wiederluggen
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Der fünfte Tag in der Schweiz ist um und siehe da, ich habe tatsächlich 700 g abgenommen seit meiner Ankunft! Wahnsinn, oder? Liegt aber bestimmt daran, das ich bei meiner Tante immer selber gekocht habe und somit gut meinen Plan einhalten konnte, bis auf einen groben Verstoß als ich meiner Tante zuliebe (ist klar) ein Stück Schwarzwälder Kirschkuchen mit ihr anstelle des Mittagessens gegessen habe, war aber trotzdem lecker. Schokolade habe ich en mas gekauft als Mitbringsel für Kollegen und Freunde, aber alle Packungen sind noch verschlossen und vielleicht halte ich ja doch durch, mal sehen wann der nächste schwache Moment kommt…
Heute waren wir mit ihren Freundinnen beim Mexikaner zum Mittagessen, gab Bocchetta di Pollo für mich, Geflügelbrustspieße mit Gemüsereis und grüner Salat mit Joghurtsoße, dazu Chilisauce wie ich sie auch sonst gerne benutze. War irre lecker und in so lustiger Gesellschaft schmeckt es einfach doppelt gut, den Kaffee danach haben wir dann aber wieder „zuhause“ genossen, denn nur dort wartete mein kleines Täfelchen auf mich….Euer soweitbraverKeks
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So vorbei ist vorbei! Ich sitze wieder im ICE in die Heimat, acht Tage Schweiz sind um und nun freue ich mich doch ein bißchen auf zuhause und den Alltag. Ich war doch ziemlich eisern, habe mir aber Zartbitterschokolade von Lindt gekauft und sie anstelle meines normalen Täfelchens gegessen, jaja Schokolade und Käse können sie wirklich gut die Schweizer…hoffentlich mag ich dann meine „ordinäre“ Schokolade wieder zum Kaffee. Jetzt noch gute 5 Stunden, Verpflegung nahezu identisch zur Hinfahrt, technische Probleme des Zuges mit Verspätung auch identisch (diesmal aber Schweizer Bahn)… nur der Koffer ist um einiges schwerer als auf der Hinfahrt. Bis bald Euer baldwiederzuhauseKeks

Essen to go

So, zweiter Eintrag in meinem Blog….da nicht wirklich viel passiert ist in der Woche werde ich Euch hier über meinen derzeitigen Nachtdienst berichten. Nein nicht im Detail, sondern doch eher was ich für Mahlzeiten mit zur Arbeit genommen habe, denn 10 Stunden Nachtdienst bedeuten zwei Hauptmahlzeiten, gefrühstückt wird zuhause. Also Mittag- und Abendessen to go, was schon einer gewissen Logistik bedarf wie Ihr Euch denken könnt. Da ich aber immer schon ein eher faulerer Zeitgenosse oder vielleicht doch besser gut organisierter Zeitgenosse war, lasse ich mich durch die Zubereitung meiner Mahlzeiten zum Mitnehmen auch nicht stressen. Das Prinzip mit dem abendlichen Verzicht von Kohlenhydraten bleibt bestehen, nur esse ich jetzt gegen 23 Uhr mein Mittag- und gegen 4 Uhr mein Abendessen.

So, diese Woche hatte ich nicht viel Appetit, waren auch tagsüber mehr als 35°C, nachts immerhin noch 28°C, also fast eher Trink- als Eßwetter. Daher gab es fast nur kalte Gerichte, vor Allem Salat in allen Variationen. Ein stinknormaler Eisbergsalat mit Paprika, Gurke und Lauchzwiebeln schmeckt mit kalter Joghurtsauce einfach köstlich…natürlich nur, wenn man mein Rezept kennt, nehmt bitte keine Fertigsaucen, die strotzen vor Zuckerstoffen. Ich nehme für meine Portion immer 5 gut gefüllte Teelöffel Naturjoghurt, einen Teelöffel sweetchilly Sauce, einen Spritzer frische Zitrone (wenn keine da ist auch ohne lecker), wenig Salz und einen Schuß Leitungswasser…das abgefüllt in ein kleines, dichtes Gefäß ist dann ideal zum Mitnehmen und schmeckt auf dem Salat wirklich erfrischend. Könnt Ihr dann auch super für den nächsten Tag vorbereiten, einfach eine „Tupperähnliche“ Box schon mit kleingerissenem Eisbergsalat füllen, Paprika- und Gurkenstückchen+Lauchzwiebeln (bieten sich an, da man danach nicht nach Zwiebeln riecht, so als zwischenmenschlicher Rat ) darauf, ggf. Fetastücke oder Putenstreifen dazugeben und über Nacht im Kühlschrank belassen. Nur bitte Tomaten (am Besten Cherrytomaten) frisch zum Salat geben, wenn Ihr ihn auf der Arbeit eßt, denn sonst „suppt“ er in der Nacht durch und die Blätter welken….Möhrenstückchen und Mais schmecken auch gut dazu, diese trocknen aber etwas aus über Nacht, merkt man mit der Soße dann aber nicht mehr. Guten Appetit!

Natürlich funktioniert das alles auch mit anderen Salatsorten, z.B. Feldsalat und den Lollos, aber im Nachtdienst mag ich nicht so oft einkaufen und aus dem Eisbergsalat bekomme ich für mich vier Salatmahlzeiten zusammen, der Rest hält sich super mindestens eine Woche im Gemüsefach und ist somit einfach praktischer für mich und auch immer knackig…so wie ich, hihi. Die Zubereitung dauert insgesamt übrigens nur fünf Minuten, also genau die Zeit, die z.B. das Putenschnitzel in der Pfanne braucht oder ein Stück Fisch als Beilage….

Soviel zu einigen meiner Mittagessen dieser Woche, die restlichen waren Nudeln mit selbstgemachten Tomaten-Paprikasugo und ein Nudelsalat aus den übriggebliebenen Nudeln, übrigens auch mit besagter Joghurtsauce. Ich hätte aber auch das Sugo über den Nudeln für einen Salat nutzen können, es schmeckt warm und kalt. Mit etwas Mais, Feta oder angeschwitzter Zucchini mit Zwiebeln wird es auch kalt zu einer Leckerei. Ich koche meistens mehrere Portionen der Nudeln oder des Reises, dann kann ich sie am nächsten Tag weiterverarbeiten und muß nicht ständig kochen, außerdem läßt sich Beides problemlos portionsweise einfrieren und es geht beim nächsten Mal etwas schneller mit dem Kochen. Einfach Gefriergut in die heiße Sauce oder Pfanne geben und mitverarbeiten (nicht vorher auftauen lassen, sonst wird Beides pampig).

Abends (morgens um 4 Uhr) habe ich dann meistens Obst oder Joghurt mit Obst, einen Apfel und/oder eine Kohlrabi zu mir genommen. Läßt sich auch gut vorbereiten…dank meiner Mutter habe ich jetzt einen Joghurtbereiter (super Erfindung) und somit kleine Töpfchen mit fertigem Joghurt immer im Kühlschrank. Einfach eine halbe Birne, einen Pfirsich oder Pfläumchen abends kleinschneiden und zufügen, etwas Chiasamen dazu und nicht umrühren…das macht Ihr dann erst direkt vor dem Verzehr, schmeckt super. Allerdings geht das nicht mit Kiwi (wird bitter) und Banane (wird schleimig), aber auch Mango und Granatapfel schmecken erfrischend, nach Belieben könnt Ihr noch jeweils etwas Honig oder Zitrone dazugeben, brauche ich aber nur sehr selten.

Ihr müßt mir nur eines versprechen, eßt die Hauptmahlzeiten nicht aus Streß bei der Arbeit vor dem Computer oder während der Schreibtischarbeit. Zum Einen sieht ein Bildschirm mit Joghurtspritzern und Schriftkram mit Sugoflecken nicht wirlich lecker aus, zum Anderen müßt Ihr die Mahlzeiten wieder schätzen und genießen lernen, wenn Ihr nach dem Steiner Prinzip leben wollt habt Ihr ja nur noch drei am Tag davon. Wenn der Hunger im dicksten Streß anklopft, dann habe ich oft eine kleine Box mit Kohlrabi-, Paprika- , Möhren-und/oder Gurkensticks dabei, die stillen den ersten Hunger und haben null Kalorien, interessieren somit den Insulinhaushalt auch nicht. Allerdings müßtet Ihr Euren Kollegen das vorher sagen, damit sie nicht so irritiert durch das Krachen in Eurem Mund werden, bei übermäßigem Telefonieren würde ich am Besten die Gurken empfehlen, die sind schneller gegessen. Aber jetzt wieder im Ernst, genießt Eure Pausen auf der Arbeit, zelebriert die Mahlzeit vielleicht ein bißchen und denkt an den Kaffee mit der Zartbitterschokolade als Abschluß….

Jetzt waren das nicht die von mir angekündigten tollen Mitnahmerezepte für die Arbeit, aber wie gesagt es waren sehr hohe Temperaturen und nur um darüber zu schreiben, werde ich mich nicht im Schweiße meines Angesichtes an den Herd stellen und bei 35 °C noch ganze Menues zusammenstellen, sorry aber nicht mein Ding. Dann gibt es eben bald nochmals einen Beitrag dazu, mit herbstlichen Gerichten oder so …bis dahin Euer Schwitzekeks

Nun erst einmal zu meiner Person:

Ich bin Keks, seit Kindertagen in der Familie so benannt, da ich kaum stehen könnend schon die ersten Kekse vom Tisch stibitzt habe…damals war das noch soo süß und es wurde eine Photostrecke davon erstellt, heute bekomme ich nur schiefe Blicke, wenn ich mir einen (oder doch eher mehrere) Kekse einverleibe….dazwischen liegen aber auch mehr als 40 Jahre und der Kinderspeck ist richtigem Erwachsenenspeck gewichen. (Meine Schwester hieß übrigens Schmierkäse-Lulu, warum? Das wäre dann Inhalt eines anderen Blogs)

Ich bin also als stark übergewichtig zu bezeichnen und habe im Laufe meines Lebens etliche Diäten versucht, von WW über Montignac bis hin zu FDH und Low Carb….immer mit riesigem Erfolg und vollem Elan…bis dann der innere Schweinehund wieder gesiegt hat und das Gewicht schneller zurück war als ich Käsekuchen sagen konnte…natürlich lag es nur daran, dass mein Wille gebrochen war und ich einfach auf verschiedene Speisen nicht mehr verzichten wollte, Freßattacken mit anschließendem schlechten Gewissen waren die Folge, einfach mal wieder aufgegeben…kennen bestimmt Einige von Euch. Ob es nun dieses Mal anders laufen würde war mir zum Beginn der Ernährungsumstellung ja nicht bewußt, aber nun der Reihe nach….

Ich bekam zu Weihnachten von meiner lieben Mutter das Buch von Matthias Steiner geschenkt (übrigens ein tolles Geschenk, wenn die Verlockungen nur so über die Feiertage um einen herumschlawenzeln…), da ich aber schon einige Interviews von ihm zu dem Thema gesehen und bemerkt hatte wie toll er abgenommen hat, war ich doch erfreut, nun mehr über seine Methode zu erfahren…ich habe es verschlungen, da er wirklich gut schreibt, lustige aber verständliche Vergleiche schlägt und auch Verständnis für uns richtig propperen Menschen beweist. Kurz gesagt, ich wollte es versuchen und bin am nächsten Werktag direkt mit meiner Mutter zum Reformhaus gefahren um mir Chiasamen und streichbares Kokosfett zu besorgen (nee ist klar, hätte man auch in der Apotheke holen können, so teuer wie das war. Vier Wochen später kam der Boom mit Chiasamen und seitdem gibt es sie sogar im Discounter).

Nun aber erst einmal kurz eine Info zum Steiner Prinzip: es handelt sich um eine Ernährungsumstellung bei der man von Weizen- auf Vollkornprodukte umstellt, abends möglichst die Kohlehydrate wegläßt, drei vollwertige Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt und keine Zwischenmahlzeiten mehr einbaut, d.h. möglichst erst alle 4-5 Stunden wieder etwas ißt…die Wirkung liegt darin, das natürlich der Insulinausschuß/-pegel im Körper möglichst gleichbleibend gehalten wird und dadurch der Körper immer wieder an die eigenen Fettreserven geht (so ist es für mich schlüssig, wie es genau funktioniert könnt Ihr dann ja in seinem Buch nachlesen). Zudem kommt er wieder auf das Prinzip zurück, das man schon so oft im eigenem Leben gehört hat: Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettelmann….Grund dafür ist, das der Körper sich morgens merkt wie viele Kalorien er bekommen hat und diese Anzahl an Kalorien nun den ganzen Tag immer wieder haben möchte…kriegt er dann aber nicht und muß sich leider an den eigenen Fettreserven bedienen um seine Gier zu stillen…praktisch, oder? Das heißt jetzt aber nicht, das Ihr morgens drei Pizzen, 4 Liter Cola und 2 ganze Prinzenrollen essen sollt….aber es bedeutet durchaus, das ich aktuell drei Scheiben Vollkornbrot mit Scheibenkäse und zwei Tassen Milchkaffee zu mir nehme, zudem noch Tomaten und Paprika oder Gurke, ich stehe also wirklich satt vom Tisch auf…mittags koche ich mir etwas mit Gemüse, dazu dann Vollkornnudeln, Kartoffeln oder Vollkornreis, gerne auch Bulgur oder Couscous…abends gibt es dann ein Omelett oder lecker Fisch mit Salat oder eine Dip-Platte oder oder oder aber ohne Kohlehydrate….ich bin dann echt satt! Jetzt kann ich Eure Kommentare schon direkt hören: Gemüse und Vollkornprodukte igitt, ich war auch immer eingefahren in meinem Speiseplan und sah Gemüse immer nur als lästige Beilage, die mit fetter Rahmsoße mal mitzuessen geht, ansonsten aber eher unnötig erschien….das hat sich geändert, ich bin jetzt meistens auf dem Markt unterwegs und traue mich an neue Gemüsesorten heran, es gibt auch Unmengen an Rezepten im Internet, die wirklich probierenswert sind. Bei den Vollkornprodukten hatte ich auch erst lange Zähne gemacht, aber das lag daran, dass ich sie vor etlichen Jahren probiert hatte und man damals wirklich das Gefühl hatte man würde Heu kauen. Inzwischen gibt es aber auch da einen Boom und die Vollkornnudeln gibt es inzwischen überall in ganz verschiedenen Variationen, sogar als Lasagneplatten oder Bandnudeln…alle lecker, nur Dinkelnudeln treffen meinen Geschmackssinn nicht, ich empfinde sie, trotz mehrfacher Testung, immer als etwas schleimig, müßt Ihr aber Eure eigenen Sinne befragen. Dafür dürft Ihr aber weiterhin mit Sahne oder sahneähnlichen Produkten kochen, komischerweise habe ich das aber nach kurzer Zeit immer weiter reduziert und genieße heute, wenn überhaupt, dann nur mit einem kleinen Schuß Sahne zubereitete Speisen. Da ich immer mehr neue Rezepte ausprobiere, habe ich auch neue Gewürze entdeckt…da stört Sahne doch tatsächlich den Geschmack…kann aber auch nur bei mir so sein.

Jetzt komme ich mal zum zweiten großen Ernährungsteil, der mir immer wichtig war: Süßigkeiten, Knabbersachen und Cola…also eigentlich schon länger Cola light koffeinfrei, da ich unter Bluthochdruck leide und auf meine tägliche Cola nicht verzichten wollte (eigentlich eher ein Grundnahrungsmittel bei mir). Ja wie ist es nun mit den ganzen Kalorienbomben? Nichts ist damit, ich habe mich sehr schnell entwöhnt und habe es kaum gemerkt, vielleicht weil ich immer satt war? Ich kann Euch nur den Tipp geben, nach einer Mahlzeit (bei mir mittags) eine leckere Tasse Milchkaffee sofort im Anschluß zu genießen, dazu eine kleine Tafel Zartbitterschokolade (mehr als 70% Kakao, ca. 25 g Täfelchen). Es ist wirklich zu meinem täglichen Genuß geworden und seitdem habe ich keinerlei Gelüste auf Süßkram. Anstelle von Chips&Co genieße ich abends nach dem Abendbrot ein paar Nüsse, vor Allem Wal- oder Paranüsse, die zudem noch ganz nebenbei viel Omega-3-Fettsäuren enthalten, die die Gewichtsabnahme positiv beeinflussen. Und die Cola? Laut Matthias Steiner soll man tagsüber nur Leitungswasser zu allen Gelegenheiten trinken und höchstens mal eine Saftschorle…fiel mir sehr schwer, aber ich habe es nach einer konsequenten Woche doch komplett umsetzen können, dabei habe ich bemerkt, das ich doch tatsächlich süchtig nach dem Zeug war, unfaßbar! Heute trinke ich wirklich sehr viel Leitungswasser, wenn ich mal ausgehe, dann genieße ich aber ruhig eine Cola light, aber immer nur ein Glas! Hätte nie gedacht, dass ich davon wegkomme, obwohl ich doch schon dreißig Jahre Cola-Junkie war, hat aber geklappt. Ganz nebenbei hat mir auch hier die Erläuterung geholfen, dass der Süßstoff aus der Cola light einen großen Anteil in der Schweinemast hat, die Schweine damit zu mehr Nahrungsaufnahme inspiriert werden. Mir steht einfach kein Ringelschwänzchen und ich wollte mich auch nicht mästen lassen, sondern mein Übergewicht endlich in den Griff bekommen!

Ach ja, jetzt habt Ihr alle schon so viel gelesen und fragt Euch bestimmt zwei Dinge: wieviel hat sie denn nun abgenommen und gab es wirklich keine Willenseinbrüche?

Abgenommen habe ich in 6 Monaten 25 kg!!! Ohne Diät und ohne wirklichen Verzicht! 25 kg! Ich bin megastolz auf mich, trage jetzt zwei Kleidergrößen kleinere Mode und kann manchmal schon in „normalen“ Bekleidungsgeschäften einkaufen…aber es soll noch weitergehen, somit kaufe ich jetzt nur Einzelstücke, die dann aber auch gut meine schlankere Figur zeigen….

Ja, es soll weitergehen mit der Abnahme und ja, es gab auch Einbrüche in meiner Konsequenz bei der Ernährungsumstellung…hierzu kann ich mich nur wieder auf das Verständnis von Hrn. Steiner beziehen, der wirklich erkannt hat, wie schwer auch so eine Umstellung sein kann. Er empfiehlt unbedingt nach einer gewissen Gewichtsabnahme einen Monat lang eine sogenannte Erhaltungsphase durchzuführen, d.h. nicht zurück in alte Verhaltensweisen zu verfallen, sondern es einfach etwas lockerer anzugehen und das Gewicht dabei aber möglichst zu halten (bei mir schwankte es um bis zu 3 kg). Diese Auszeit hilft dabei nicht komplett abzubrechen, man erarbeitet sich also eine Schonfrist und komischerweise habe ich an meinem Alltagsessen nicht viel verändert, bin aber gerne Abends mal zum Essen ausgegangen und hab dann doch Kohlenhydrate zu mir genommen. Und doch hat mich das Zunehmen so geärgert, das ich dann wieder durchgestartet bin. Leider nicht so gewaltig wie zu Beginn der Umstellung aber es geht weiter mit dem Gewicht bergab, langsam aber stetig. Dabeibleiben ist einfach Alles und jetzt kann ich doch mit Stolz berichten, was sich bei mir alles geändert hat…

Ich fühle mich viel besser mit dem abgenommenen Gewicht, kann wieder weitere Strecken problemlos laufen, kann in einer Eisdiele oder in einem Café normal aus dem Stuhl aufstehen ohne kräftig die Armlehnen runter zu drücken, damit ich nicht stecken bleibe und und und…zudem habe ich mein Eßverhalten insgesamt umgestellt, ich esse jetzt zwei Tage Fleisch, zwei Tage Fisch und drei Tage vegetarisch in der Woche, das bezieht sich auch auf Aufschnitt (der übrigens ganz oft Zucker oder Zuckerersatzstoffe enthält). Ich trinke gerne zusätzlich zum Wasser Tee, vor allem habe ich einen Mix aus Grüntee und marrokanischer Minze für mich entdeckt, der ungesüßt kalt und warm gut schmeckt und auch bei der Abnahme unterstützend wirkt. Versuche täglich eine Banane zu essen, allerdings erst ab mittags, da sie ansonsten kontraproduktiv ist. Abends gibt es dann immer einen Apfel oder eine Kohlrabi nach dem Abendessen, somit knabber ich mich dann über die erste Zeit vor dem Fernseher und mag dann auch nichts anderes mehr knabbern….

Woher ich diese kleinen Tipps kenne? Ihr kennt das doch, wenn Dir jemand aus dem Bekanntenkreis erzählt, dass sie schwanger ist, dann sieht man überall auf einmal mehr Schwangere. Genauso war es mit der Ernährungsumstellung: plötzlich habe ich unverhofft Artikel dazu gesehen oder kurze Fernsehberichte und habe mir dann einiges davon aufgeschrieben und umgesetzt. Grüntee schmeckt mir aber pur nicht, somit habe ich einen weiteren Teebeutel als Geschmackträger hinzugefügt und jetzt ist er ein ständiger Begleiter. Ähnlich war es mit der Banane…ich wußte, dass der Kaliumgehalt gut gegen meinen erhöhten Blutdruck wirkt und habe dann in einem Artikel meiner Fernsehzeitung (!) gelesen, das man sie beim Abnehmen aber nicht zum Frühstück zu sich nehmen sollte. Auch der Tipp mit der Schokolade direkt nach der Mahlzeit kam über nicht geplante Wege zu mir, macht aber Sinn, da der Insulinpegel dann eh schon erhöht ist und die Schoki dann keinen Anstieg mehr bewirkt.

Insgesamt bin ich etwas geschmacksempfindlicher geworden, d.h. ich mag auswärts nicht mehr gerne zu süße Speisen zu mir nehmen, mir fällt sofort auf, wenn Gewürze fehlen oder Speisen zu fettig schmecken, da kann ich heute schon mal eine Mahlzeit frühzeitiger beenden oder auf etwas anderes umsteigen. Früher hätte ich bestimmt aufgegessen!

Und ganz nebenbei habe ich noch einen Erfolg zu vermelden, ich habe jetzt nur noch morgens meine Blutdruckmedikation einzunehmen, die komplette Abendmedikation konnte ich absetzen, toll oder?

Und was soll jetzt noch weiter in meinem Blog stehen? Weitere Lobeshymnen auf das Steiner Prinzip oder eine Lobhudelei auf mich selbst? Weiß ich noch nicht, aber ich werde noch weitere Tipps aufschreiben, werde mich zu Bewegung und Rezepten auslassen, vermutlich Höhen und Tiefen meines aktuellen Gewichtes mit Euch teilen und werde Euch Einblicke in den Ernährungsablauf bei Schichtdienstlern geben…bis Bald also, Euer Keks